„An dir ist ein begnadeter Handwerker verloren gegangen“, sind sicher ungewöhnliche Lobesworte beim Abschied eines promovierten Musiklehrers. Aber als nun Dr. Jörg Breitweg vom Hebel-Gymnasium verabschiedet wurde, beschrieb der Musik-Fachleiter Rudolf Steinhübel seinen Kollegen nicht nur als „herausragende Lehrerpersönlichkeit, die Theorie und Praxis verbindet“, sondern auch als zupackenden Mithelfer, wenn es beispielsweise um handwerkliches Geschick bei Reparaturen ging.
Der 64jährige Musiklehrer Dr. Breitweg wurde noch nicht in den Ruhestand entlassen, hatte jedoch so viele Überstunden durch seine Referendarbetreuung am Seminar Heidelberg angehäuft, sodass er im nächsten Schuljahr nicht mehr am Hebel-Gymnasium unterrichten wird. Er wird in seinem kommenden, letzten Dienstjahr nur noch Referendare ausbilden.
2005 war der beliebte und kompetente Lehrer ans Hebel-Gymnasium gekommen. Sein pädagogisches und fachliches Wissen hat er durch Veröffentlichungen, Arbeitsbücher, patentreife Schulinstrumente und seinen Lehrauftrag der Fachdidaktik an der Mannheimer Hochschule unter Beweis gestellt. Sein zweites Fach – Deutsch – kam bei so viel Musikdidaktik kaum zum Zuge. Auch in seiner Doktorarbeit ging es um Musikwissenschaft: um den späten Beethoven.
Zur Überraschung sprach nun ein ehemaliger Schüler über den Lehrer Breitweg: David Kuhs, Lehrer für Latein und Mathematik am Hebel-Gymnasium, hatte damals in seiner Oberstufe in Karlsruhe Musik bei Jörg Breitweg. Und noch heute erinnert er sich an den motivierenden Einsatz mit Chor und Konzertbesuchen seines Lehrers.
Mit Verständnis und großem Bedauern lässt das Hebel-Gymnasium auch Caroline Nold ziehen. Die Lehrerin für Englisch und katholische Religion ist acht Jahre lang zweitaufwändig von Eppingen nach Schwetzingen gependelt, nun hat sie eine Stelle direkt in ihrem Wohnort gefunden. Nold war eine zeitlang als Verbindungslehrerin engagiert, sie kümmerte sich um den Schulgottesdienst und war bei den Schülern für ihr offenes Ohr sehr geschätzt. Ihr Leitbild „Mir geht es um die Schüler“ können die Jugendlichen bestätigen und werden sie vermissen.
Auch weitere anerkannte Lehrkräfte verlassen die Schule, weil ihr Einsatz nur begrenzt vorgesehen war. Jan-Tobias Wein hatte schon letztes Schuljahr der Schule sehr geholfen, als er in Englisch einsprang. Die Schüler liebten ihn und auch die Schulleitung freute sich, dass er ein weiteres Jahr hier unterrichten durfte. Doch dieses Mal hat der Lehrer für Englisch und evangelische Religion keine weitere Anstellung erhalten. Auch Selina Mühlberg (Französisch, Spanisch) und Felix Seger (Deutsch, Geschichte) hatten nur einen befristeten Arbeitsvertrag, der nun zu Beginn der Sommerferien endete.
Annika Bleckmann hatte die Vorbereitungsklasse für Kinder, die meist direkt aus einem Ausland ohne Deutschkenntnisse kamen, geleitet. Sie wird auf eine feste Stelle in Schwäbisch Hall wechseln.
Referendar Niklas Grub freut sich ebenfalls, dass er einen Platz an einer neuen Schule gefunden hat. Er wird am Zabergäu-Gymnasium in Brackenheim Physik und Mathematik unterrichten.
Schließlich dankte Schulleiter Stefan Ade sehr empathisch seinen Sekretärinnen Ulrike Schlager und Cindy Meckler, die „mir immer den Rücken freihalten“: „Ich bin so froh, dass ich Sie habe.“ Und auch für die „weltbeste Schulsozialarbeiterin“ Maria Fuhrer gab es ein kleines Dankesgeschenk.
Birgit Schillinger
