14.03.19

Voll? Voll daneben – lebhafte Diskussion nach dem Theaterstück über Alkohol

Maik hat begonnen, ab und zu Alkohol zu trinken. Erst auf Partys und zusammen mit Freunden, um „ein bisschen abzuschalten“, bald immer regelmäßiger auch alleine. ​Das Theaterstück „Voll? Voll daneben“ der Leipziger „Kulturschule“ zeigt auf, wie ein Jugendlicher in die Alkoholsucht gerät. 

Denn Maik fühlt sich zunächst gut: Er verschafft sich durch den Rausch eine andere Realität, Minderwertigkeitsgefühle und Hemmungen werden so vergessen, zu Mädchen kommt er leichter in Kontakt. Aber seine schulischen Leistungen nehmen ab, er bekommt nicht mit, dass seine Freunde sich immer mehr von ihm distanzieren. Als seine Freundin sich von ihm trennt, verliert er die Kontrolle und wird gewalttätig. Eine Therapie ist angesagt, doch dafür muss er lernen, selbst die Verantwortung für sich zu übernehmen.

Nicole Krieg und Astrid Lang, Präventionsbeauftragte des Hebel-Gymnasiums, haben erstmalig die Leipziger Theatergruppe eingeladen, um das Thema „Alkohol“ in den achten Klassen zu thematisieren. Die jungen Schauspieler Daniela Mitterlehner und Andreas Steiner spielen im Musiktrakt des Hebel-Gymnasiums vor den achten Klassen die Geschichte von Maik spannend, authentisch und nachvollziehbar.

Die anschließende, lebhafte Diskussion zeigt, dass das Interesse der Schüler geweckt wurde. „Haben Sie selber schon einmal zu viel getrunken?“ fragt ein Schüler. Schauspieler Steiner gibt zu, an seinem eigenen Geburtstag einmal betrunken gewesen zu sein: „Da habe ich mir meine eigene Feier versaut, weil ich nichts mehr mitbekommen habe.“ „Und andere Drogen?“ wird nachgefragt. Mitterlehner verneint: „Ich kenne Menschen, die viel kiffen. Die sind so träge geworden! Man sagt zwar, dass Kiffen nicht abhängig machen würde. Aber das stimmt nicht. Diese Menschen sind sehr wohl davon abhängig.“

Die Schauspieler hatten außerdem zwei Rauschbrillen mit im Gepäck, die wie Taucherbrillen getragen werden und die optisch einen Rauschzustand simulieren. Mit diesen Brillen sollten freiwillige Schüler einen Slalomparcours durchlaufen. Das war offensichtlich sehr schwierig und sorgte für eine ungewöhnliche Perspektive, wie Betrunkene sich fühlen und wie sie auf andere wirken.

(Birgit Schillinger)

Die Leipziger Schauspieler Daniela Mitterlehner und Andreas Steiner sprachen nach der Aufführung mit den Achtklässlern über Alkohol und andere Drogen.
Die Leipziger Schauspieler Daniela Mitterlehner und Andreas Steiner sprachen nach der Aufführung mit den Achtklässlern über Alkohol und andere Drogen.