26.09.19

Tom „rockt“ Mathe am Hebel – Dozent aus Oxford begeistert mit mathematischen Fragen

„Im Magen eines Blauwals sind 30 Kilo Plastik gefunden worden: Wie viel wäre das, wenn ein Mensch genauso viel im Verhältnis zum eigenen Körpergewicht schluckt?“ 

Mit dieser Einstiegsfrage begann Tom Crawford aus Oxford seinen Gastvortrag am Hebel-Gymnasium. Die Schüler berechneten, dass sich im menschlichen Magen dann sechs (leere) Plastik-Einkaufstüten befinden würden. Sehr beeindruckend waren auch die anderen Ergebnisse, die im Laufe des höchst kurzweiligen Referats erarbeitet wurden. Tom Crawford hat nicht nur Rockmusik als Hobby, sondern er sieht mit seinen Tattoos und Piercing auch aus wie ein Rockstar – Allerdings haben seine Tattoos mit Mathematik zu tun: Da winden sich beispielsweise die Nachkommastellen von e um den Arm oder die Zahl pi ist als unendliche Reihe verschlüsselt worden. Auf seinem Youtube-Kanal „Tom rocks math“ präsentiert er auf unterhaltsame Art angewandte Wissenschaft – dafür fliegen auch mal beim Striptease die Kleiderfetzen: „Ich will zeigen, dass Mathe nicht immer nur biederernst ist, sondern Spaß macht.“ Der Mathematik-Dozent weilt zurzeit im Rahmen des Heidelberg Laureate Forums in Heidelberg. Hier treffen sich die besten Mathe- und Informatiker der Welt mit Nachwuchswissenschaftlern und Journalisten. Auf Einladung der Mathematik-Lehrerin Birgit Schillinger kam Crawford nach Schwetzingen. Er hatte spannende Fragen mitgebracht. Der rote Faden war Toms Lieblingszahl pi, die in so vielen Formeln gebraucht wird. Wie viele Tischtennis-Bälle sind nötig, um die gesunkene Titanic vom Boden hochzuziehen? Welche Faktoren gehen ein, wenn ein Fußballspieler einen Ball so anschneidet, dass dieser im Bogen an der Mauer vorbei ins Tor fliegt? Bei der Berechnung der Flugbahn spielen mehrere physikalische Größen eine Rolle. Aber wie? Mit der Mathematik dahinter beschäftigte sich Crawford im Studium. In seiner Doktorarbeit ging es um Strömungslehre: Welche Wege nimmt ein Fluss, wenn er in ein Meer mündet? Die Erkenntnisse helfen, die Verschmutzung der Meere zu verstehen und eventuell zu stoppen. Am Ende basteln die Hebelianer platonische Körper, von denen es erstaunlicherweise nur fünf gibt. Seltsam? Nein, Tom erklärt die Anzahl mit der Winkelsumme an den Ecken – alles ganz logisch! Zum Schluss noch eine Schülerfrage, welches Beispiel Tom am meisten in der Mathematik beeindruckt hat: „Es ist grandios, wie aus den Maxwellschen Gleichungen, die sich zunächst mit Elektrizität und Magnetismus befassen, allein mit Hilfe von Mathematik die Welleneigenschaft des Lichtes folgt. Mathe ist einfach fantastisch!“

Birgit Schillinger

Tom Crawford, Mathematik-Dozent aus Oxford, begeisterte die Hebel-Schüler mit seinem unterhaltsamen Vortrag und überraschenden Fragestellungen. Tom Crawford, Mathematik-Dozent aus Oxford, begeisterte die Hebel-Schüler mit seinem unterhaltsamen Vortrag und überraschenden Fragestellungen.