03.06.17

Spende für Freezone – viel über Straßenkinder erfahren

„Stellt euch vor, ihr kommt nach Hause und keiner fragt nach, wie der Tag war, weil sich niemand für euch interessiert!“ Anschaulich schilderte Sozialarbeiter Markus Unterländer, wie es Kindern gehen kann, deren Zuhause Vernachlässigung, Hass oder Gewalt bedeutet. Diese Jugendlichen möchten oft nicht nach Hause. Und damit sie nicht obdachlos auf der Straße bleiben – und womöglich ihren Körper verkaufen, um an Geld zu kommen - , bietet das Mannheimer Projekt „Freezone“ seit 1997 ihnen Hilfe an: Sie bekommen dort etwas zu essen, können duschen und Wäsche waschen. Zum Übernachten stehen sechs Notschlafplätze für junge Volljährige zur Verfügung.

Die Klasse 7b des Hebel-Gymnasiums hatte einen Kuchenverkauf zugunsten von „Freezone“ organisiert, 160 Euro Spenden gesammelt und Markus Unterländer kam zur Spendenübergabe nach Schwetzingen. Er erzählte auch von den Finanzierungsproblemen („Wir benötigen 120.000 Euro Spenden pro Jahr“), von widerlegten Vorurteilen in der Nachbarschaft („Es gab noch nie Lärmbeschwerden“) und den Bedingungen, damit junge Menschen das Übernachtungsangebot annehmen dürfen: „kein Alkohol“. Seit 2010 gibt es auch die Möglichkeit, in einem Schulprogramm (abends von 17 bis 20 Uhr) einen Schulabschluss nachzuholen. Ehrenamtliche Lehrer unterrichten hier die Jugendlichen, damit sie eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. In „Freezone“ erfahren die Kinder Fürsorge und Liebe, oft zum ersten Mal in ihrem Leben: „Wir zeigen ihnen: Liebe ist nicht an Voraussetzungen geknüpft. Du musst überhaupt nicht Bedingungen erfüllen, um als Kind geliebt zu werden.“

(Birgit Schillinger)