27.07.20

Schuljahr 2020/21: Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen

Liebe Eltern unserer Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Damen und Herren,

das außergewöhnlichste Schuljahr seit vielen Jahrzehnten geht dieser Tage zu Ende. Wir alle, Schulleitung, Lehrerkollegium, Schülerinnen und Schüler und sicherlich auch Sie, liebe Eltern, wir freuen uns auf die Sommerferien, brauchen sie dringend zur Erholung und um Kraft zu schöpfen für die Herausforderungen, die uns das kommende Schuljahr ab September, für das ein „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ vorgesehen ist, mit Sicherheit bescheren wird.

Ich möchte Sie mit diesem Schreiben über alle wichtigen Aspekte informieren, die mit dem Konzept „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ allgemein und insbesondere am Hebel-Gymnasium verbunden sind.

„Regelbetrieb“ bedeutet, dass die Rückkehr zur Normalität im Schulbetrieb angestrebt wird, was natürlich höchst erfreulich ist, „unter Pandemiebedingungen“ heißt aber auch, dass es notwendigerweise eine Fülle von Einschränkungen geben muss, denn der gesundheitliche Schutz aller am Schulleben Beteiligten muss weiterhin als die vorrangige Aufgabe verstanden werden, der wir uns alle verpflichtet fühlen. Selbstverständlich wird der Regelbetrieb auch entscheidend davon abhängen, wie sich das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg weiterentwickelt.

Nun zu den Aspekten im Einzelnen:

1. Es ist nach derzeitigem Stand seitens der Landesregierung vorgesehen, dass alle Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht in der Schule unterrichtet werden. Der Unterricht wird wieder im üblichen Klassenverband, nicht mehr in geteilten Klassen, stattfinden.

2. Zwischen den Schülerinnen und Schülern untereinander und zwischen den Schüler/innen und ihren Lehrkräften gilt kein Mindestabstand mehr.

Laut einer Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 14. Juli gilt nach den Sommerferien an den weiterführenden Schulen ab Klasse 5 die Pflicht, außerhalb des Unterrichts eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen - auf dem Schulgelände und im Schulgebäude, etwa auf den Fluren, auf dem Schulhof und auf Toiletten.

3. Eltern, die wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos anzeigen und vom Schulbesuch absehen. Eine generelle Attestpflicht der Schülerinnen und Schüler besteht nicht.

4. Um im Bedarfsfall Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können, sind möglichst konstante Gruppenzusammensetzungen anzustreben. Der Unterricht soll sich in möglichst vielen Fächern auf die reguläre Klasse oder Lerngruppe beschränken. Dies bedeutet konkret am Hebel-Gymnasium, dass in Absprache mit den Fachbeauftragten für evangelische und katholische Religion sowie der Schuldekanin in den nächstjährigen Klassenstufen 5 bis 9 für alle Schüler/innen, die entweder am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen, der Religionsunterricht konfessionsübergreifend klassenweise stattfindet. Z. B. ist geplant, dass die nächstjährige 5a ganzjährig katholischen Religionsunterricht, auch für die evangelischen Kinder erhält. Sollten Sie als Erziehungsberechtigte nicht damit einverstanden sein, dass Ihr Kind am Religionsunterricht der anderen Konfession teilnimmt, falls sich diese Situation in der Klasse Ihres Kindes ergibt, steht es Ihnen frei, Ihr Kind in den ersten zwei Schulwochen des kommenden Schuljahres von der Teilnahme am Religionsunterricht (vorübergehend) aus Glaubens- und Gewissengründen abzumelden. In diesem Fall ist dann der Ethikunterricht ersatzweise zu besuchen, der im kommenden Schuljahr bereits ab der Klassenstufe 6 eingerichtet sein wird. Wegen Personalknappheit in der Fachschaft Ethik ist Ethik-Unterricht auf der Basis einzelner Klassen leider nicht möglich.

Klassenstufenübergreifende Arbeitsgemeinschaften sind bis auf Weiteres untersagt. Bitte rechnen Sie deshalb damit, dass einige Arbeitsgemeinschaften entweder nur für eine Klassenstufe angeboten werden oder online stattfinden müssen.

5. Die Fächer Sport und Musik werden entsprechend der in der Kontingentstundentafel des Hebel-Gymnasiums ausgewiesenen Stundenzahlen erteilt. Der Sportunterricht unterliegt keinen Einschränkungen, im Musikunterricht sind das Singen und die Verwendung von Blasinstrumenten untersagt. Die Schulleitung arbeitet gemeinsam mit der Musikfachschaft an genehmigungsfähigen Konzepten zur Aufrechterhaltung der Kooperation mit den Stimmbildnerinnen der Musikschule.

6. Das Kerncurriculum des Bildungsplans, das auf drei Viertel der Unterrichtszeit ausgelegt ist, ist verpflichtende Grundlage für den Unterricht im Schuljahr 2020/21. Da in den meisten Klassen davon auszugehen ist, dass auf Grund der Schulschließung ab 17. März die Bildungspläne in diesem Schuljahr nicht mit der sonst üblichen Gründlichkeit erfüllt werden konnten, wird es zu Beginn des Schuljahres - wo immer erforderlich - eine kurze Konsolidierungsphase zur Sicherung des Lernstands geben, um einen sauberen Anschluss an das neue Schuljahr herzustellen. Entsprechende Übergabeprotokolle, die weit über das sonst übliche Maß hinausgehen, wurden bereits beim Lehrerkollegium in Auftrag gegeben.

7. Die Landesregierung hat beschlossen, dass entgegen der Regelung im Schuljahr 2019/20 im kommenden Schuljahr auch Unterrichtsinhalte des Fernunterrichts, sofern sich dieser wieder als notwendig erweisen wird, zur Leistungsmessung herangezogen werden können. Die Schüler/innen werden gegebenenfalls rechtzeitig darüber informiert werden. Sollte der Präsenzunterricht wegen des Pandemiegeschehens mindestens vier Wochen nicht stattfinden können, besteht auch im kommenden Schuljahr die Möglichkeit, von der vorgeschriebenen Anzahl der Klassenarbeiten abzuweichen. Auch ist die Pflicht zur Durchführung einer GFS in den Klassenstufen 7-10 weiterhin ausgesetzt.

8. Für den Fall, dass es erneut zu ausschließlichem Fernunterricht oder einer Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht im kommenden Schuljahr kommt, wird am Hebel-Gymnasium entsprechend der Vorgaben der Landesregierung die web-basierte Applikation BigBlueButton, die in Moodle integriert ist, im Ersatz für Microsoft Teams für Audio- und Video-Chats zum Einsatz kommen. Lehrkräfte werden zur Bereitstellung von Arbeitsblättern und anderen Materialien für ihre Klassen bzw. Kurse im Bedarfsfalle ausschließlich Moodle verwenden. Andere „Kanäle“, wie z. B. der Downloadbereich der Homepage werden nicht mehr zur Verfügung stehen. Es ist vorgesehen, jeder/jedem Schülerin/Schüler eine schulische E-Mail-Adresse einzurichten, die für Moodle erforderlich ist.

In den letzten Tagen wurde bereits über eine Umfrage in jeder Klasse erhoben, welche Schüler/innen voraussichtlich auch im kommenden Schuljahr nicht über eine geeignete Ausstattung mit Endgeräten zur Verwendung im digitalen Fernunterricht in ihren Haushalten verfügen werden. Auf der Basis der Umfrageergebnisse wird die Schulleitung zeitnah Verhandlungen mit dem örtlichen Schulträger, der Stadt Schwetzingen führen, um aus dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes die notwendigen Anschaffungen vorzunehmen, so dass Endgeräte den bedürftigen Schüler/innen leihweise zur Verfügung gestellt werden können.

9. Folgende Veranstaltungen können auf Grund der Corona-Verordnungen für das folgende Schuljahr nicht geplant werden und müssen ersatzlos entfallen: Austauschmaßnahmen (USA, Frankreich, Ungarn), Klassenfahrten Kl. 10, Studienfahrten, Landheimaufenthalte (Kl. 5 bzw. 6), Fahrt zur NS-Gedenkstätte Natzweiler (Kl. 10), Besuch der Thorax-Klinik (Kl. 7).

BOGY wird in die Woche vom 22. - 26.3.2021 verlegt.

10. Um das Infektionsrisiko für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte zu minimieren, ist es wichtig, dass am Schulbetrieb keine Personen teilnehmen, die sich möglicherweise mit dem SARS-CoV-2 Virus infiziert haben.

Ausgeschlossen von der Teilnahme am Unterricht am Hebel-Gymnasium sind nach Weisung des Kultusministeriums deshalb Personen,

  • die in Kontakt zu einer infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem Kontakt mit einer infizierten Person noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder
  • die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur oder Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns aufweisen.

Zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Schulbetriebs ohne Abstandsgebot, also zum 1. Schultag des Schuljahres 2020/21 (sowie nach weiteren Ferienabschnitten) werden alle am Schulbetrieb teilnehmenden Personen, also die Schülerinnen und Schüler bzw. deren Erziehungsberechtigte ebenso wie die Lehrkräfte danach gefragt, ob nach ihrer Kenntnis einer der o. g. Ausschlussgründe vorliegt.

Sie finden daher in der Anlage ein Formblatt, welches Sie bitte Ihrem Kind am 1. Schultag nach den Sommerferien ausgefüllt in die Schule mitgeben.

 

Ich bitte Sie herzlich, auch in Verantwortung für alle Mitschülerinnen und Mitschüler Ihres Kindes sowie die Ihr Kind unterrichtenden Lehrkräfte, alles in Ihrer Macht Stehende dafür zu tun, dass das Virus nicht in das Hebel-Gymnasium hineingetragen wird.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern erholsame Sommerferien und eine gesunde Rückkehr ans Hebel-Gymnasium im September.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Stefan Ade, OStD

-Schulleiter-

 

Anlage: Formblatt Unbedenklichkeitsauskunft