Nah an den Menschen: Lokaljournalist Andreas Lin („Schwetzinger Zeitung“) zu Gast im Seminarkurs ,,Medien“ am Hebel-Gymnasium

02.01.2018

,,Wer im Medienbereich arbeitet, hat viel mit Menschen zu tun. Man steht in der Öffentlichkeit. Das gilt besonders für den Lokaljournalismus“, meint Andreas Lin, stellvertretender Redaktionsleiter der „Schwetzinger Zeitung“. Am 20.12.2017 besucht Andreas den Seminarkurs ,,Medien“ und gewährt Einblicke in seine langjährigen Erfahrungen aus seinem journalistischen Alltag.

Zusammen mit der Kursleiterin Hanna Schwichtenberg erkunden dieses Schuljahr 13 Schülerinnen und Schüler die Welt der Medien. Dabei bieten die Expertengespräche, wie das mit Andreas Lin,  die Möglichkeit die Welt der Medien kennenzulernen. Dazu gehören als Bausteine  neben den theoretischen und methodischen Modulen die vielen Praxiserkundungen und Exkursionen, die den Schülern Zugänge zur Medienwelt öffnen sollen.                                                                                       
So führte eine Exkursion nach Mannheim zum ,,Mannheimer Morgen“ ins Druckhaus des Zeitungskonzerns, zu dem auch die ,,Schwetzinger Zeitung“ gehört,  wo die Schüler durch die Druckhalle geführt wurden, während gerade Zeitungen gedruckt wurden und man somit hautnah miterleben konnte, wie die Zeitung, die morgens im Briefkasten liegt, hergestellt wird. Der Besuch von Andreas Lin stellt nun die inhaltliche Seite der  Zeitungsherstellung in den Mittelpunkt:                                                        Mit ihm steht den Schülern des Seminarkurses ,,Medien“ ein erfahrener Profi als Gesprächspartner zur Verfügung. Er ist seit über 30 als Journalist aktiv, davon 29 Jahre bei der ,,Schwetzinger Zeitung“. Wie bei der Drucktechnik der Zeitung, gesehen beim ,,Mannheimer Morgen“, hat sich auch in der Redaktionsarbeit im Laufe der Jahre viel geändert. Früher stand vor allem das Schreiben im Vordergrund, heute muss ein Redakteur  zusätzlich viele organisatorische und gestalterische Aufgaben übernehmen. Dazu kommen auch noch die Redaktionskonferenzen und die Bearbeitung der Leseranfragen. Aber vor allem gibt es heutzutage einen enormen Zeitdruck, den die Redakteure und Journalisten haben, durch Konkurrenz und das Social Network, denn jeder möchte brandneue Nachrichten zuerst verbreiten. Durch das Internet geht das Ganze nun viel schneller, eine große Herausforderung für die Qualitätssicherung der journalistischen Arbeit.                                                      
Für den Journalismus gebe es keine vorgeschriebene Ausbildung, jedoch wird heutzutage ein Studium erwartet. Andreas Lin ist allerdings der Meinung, dass man das meiste durch die tägliche Praxiserfahrung lerne. Außerdem müsse man kommunikativ sein und dürfe keine Scheu zeigen, auf Leute zuzugehen, um Kontakte zu knüpfen. Denn es ist auch sehr wichtig, ein weit reichendes Kontaktnetz zu knüpfen, um möglichst schnell an Informationen zu kommen und somit Zeit zu sparen. Wichtig sei auch Kritikfähigkeit, denn anders als bei der überregionalen Presse, wird man im Lokaljournalismus oft mit der örtlichen Nähe und Menschen konfrontiert und muss somit stets Persönlichkeitsstärke aufweisen, um neutral und professionell mit ihnen umgehen können. 
Andreas Lin nennt auch den Punkt der Belastung des Berufsalltags, die nicht immer familienfreundlichen Arbeitszeiten und den permanenten Zeitdruck. Es sei ein Beruf, bei dem man nicht auf die Uhr schauen dürfe, denn es könne manchmal sein, dass spät abends oder früh morgens etwas passiere, worüber berichtet werden müsse. o Er meint, für den Lokaljournalismus müsse man geboren sein,  zu arbeiten,  muss man  müsse die Arbeit wirklich lieben. Er selbst liebt seinen Job im Lokaljournalismus auch nach  langer Zeit immer noch. An der Art, wie er uns darüber berichtet, merkt man auch selbst, wie viel Freude ihm dieser Job noch immer bereitet. Er plaudert auch ein bisschen ,,aus dem Nähkästchen“ und berichtet uns über spannende Höhepunkte, wie dem ,,Kachelmann“-Prozess. 
Schließlich fragt er die Schüler, ob sich jemand für den Journalismus interessiere und ermutigt sie, den Schritt in die Berufswelt der Medien zu wagen, wenn sie dies wirklich wollten. Dabei gibt es die Möglichkeit ein Praktikum bei der ,,Schwetzinger Zeitung“ zu machen, was bereits viele Hebel-Schüler wahrgenommen hätten, um einen ersten Blick in die Welt des Journalismus zu bekommen und um herauszufinden, ob dies überhaupt das Richtige für einen sei.

(Ellen Angstmann, J1)