23.02.17

Letzte Wünsche wagen – der Wünsche-Wagen sorgt für Glücksmomente

Wenn etwas zu Ende geht, ziehen Menschen gerne Bilanz und schmieden neue Pläne. Wenn ein Leben zu Ende geht, besonders wenn es vorzeitig zu Ende geht, wenn junge Menschen sterben müssen, kann die Bilanz bitter sein: Die Zeit läuft unerbittlich ab, es bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten, nur noch wenige Wünsche können erfüllt werden.

Das Wünsche-Wagen-Projekt setzt genau da an. Ein medizinisch ausgestattetes Reisemobil ermöglicht es – unter dem Motto „Letzte Wünsche wagen“ – todkranken Menschen, einen letzten, tief geliebten Wunsch zu erfüllen, was ohne Unterstützung durch Geld, medizinische Betreuung und Begleitung nicht möglich wäre.

Die Wünsche sind vielfältig: nochmals ans Meer, zu einem Familienmitglied, zu einem Konzert, zu einem Fußballspiel. Diese Woche kann der Wunsch einer alten Dame im Pflegeheim erfüllt werden: Sie möchte zur Beerdigung ihrer Tochter fahren. Oft sind es ganz einfache, sonst selbstverständliche Dinge, die Sehnsüchte und Träume der Schwerstkranken ausmachen.

Zehn Wünsche-Wagen gibt es in Deutschland. Der Mannheimer Wagen ist seit einem halben Jahr im Einsatz. Die Fahrer arbeiten ehrenamtlich. Beim letzten Weihnachtsgottesdienst des Hebel-Gymnasiums kam eine Spende von 700 Euro zusammen, die die Fachschaft Religion und Ethik dem Mannheimer Arbeiter-Samariter-Bund, der den 100.000 Euro teuren Wünsche-Wagen unterhält, übergeben konnte. Den Besuch des Wünsche-Wagens auf dem Schulhof nutzten die Religions und Ehtikklassen zu einer Besichtigung – und alle Kinder waren sehr berührt von diesem unterstüztenswerten Projekt.

(Birgit Schillinger)