29.10.15

Hinter den Kulissen beim „Mannheimer Morgen“

Die Großdruckerei des „Mannheimer Morgen“ in der Dudenstraße im Mannheimer Gewerbegebiet Wohlgelegen war das Ziel einer Exkursion von SchülerInnen des Hebel-Gymnasiums Schwetzingen.

Die Teilnehmenden des Seminarkurses „Medien“ hatten sich sich zusammen mit ihrer Kursleiterin Hanna Schwichtenberg auf den Weg gemacht, um zu erkunden, wie die größte Lokalzeitung der Metropolregion erstellt wird.

Rund 150 000 Zeitungen laufen täglich in einem rasanten Tempo über die Druckmaschinen in Mannheim, wobei ein Exemplar des „Mannheimer Morgen“ im Regelfall 32 Seiten umfasst., Sonderbeilagen und Werbeprospekte nicht mitgerechnet. Dafür werden jede Nacht ca. 50 Tonnen Papier gebraucht, die in großen Rollen aus Skandinavien über die in Mannheim angesiedelte Firma SCA angeliefert werden und dann in den Druckhallen bereit liegen.

Ulrike von Eicke, Wirtschaftspädagogin und Mitarbeiterin im Besucherservice, erklärte den Hebel-Schülern in einer zweistündigen Führung die logistische Meisterleistung, die hinter jeder Zeitung steckt. Ein auf Schwetzingen zugeschnittener Einführungsfilm machte dies deutlich, mehr noch die Besichtigung der Druckhallen.

Hier wurde auch die historische Entwicklung des Druckens veranschaulicht, zum Beispiel durch die Zeilenguss-Setzmaschine „Typoline“, die fast 100 Jahre lang bis 1980 im Einsatz war und lange als moderne Schnellpresse fungierte. Auf der Weltausstellung zur Jahrhundertwende wurde sie gar als ein technisches Wunder gefeiert. Seit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks, der eine massenhafte Verbreitung von Printmedien ermöglicht hatte, hat sich die technische Entwicklung der Printmedien aber inzwischen stark verändert. Nach dem Ende der Bleisatz-Ära werden Zeitungen heute überwiegend am Computer erstellt und dann durch moderne Maschinen des Typs „Colormanautoprint“ gedruckt, wobei Korrekturen automatisch erfolgen und Kontrollen nur bei jeder tausendsten Zeitung erforderlich sind. Roboterarme sichern beim Wechsel der hauchdünnen Druckplatten aus Aluminium einen vollständig automatisierten „Workflow“. 40 000 Zeitungsexemplare rauschen pro Stunde durch die Offset-Rotation. In den Druckhallen ist der Lärmpegel entsprechend hoch.

In der Nacht wird auf Hochtouren gearbeitet, denn pünktlich um 6.00 müssen die Zeitungen bei den Kunden im Briefkasten liegen. Trotz eines Abonenntenrückgangs bevorzugen die meisten Zeitungsleser weiterhin die Print-Ausgabe vor den digitalen online-Versionen ihrer Tageszeitung.

Der informative Lerngang konnte viele Eindrücke moderner Zeitungsproduktion vermitteln und einen guten Überblick geben. Alle waren sich einig, dass es ein sehr anschaulicher Blick hinter die Kulissen des „Mannheimer Morgen“ war.