03.12.19

Hebel-Aktion: Weihnachtesgeschenke für afrikanische Waisenkinder

Seit diesem Schuljahr unterstützt das Hebel-Gymnasium ein Waisenhaus in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). 

Beim Hebel-Treff beispielsweise verzichtete Referent Prof. Stephan Harbarth, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, auf ein Honorar und so kamen 400 Euro an Spenden zusammen. Hanne Bauer-Müllenbroich, zweite Vorsitzende des Freundeskreises, übergab den Betrag an den Lehrer Bernhard Woodley, denn dessen Bruder Max und seine Frau Lischa leiten das Haus mit 80 Waisen. Und so wird garantiert, dass jeder Cent ankommt. 
Mehrere Klassen haben bereits einen Kuchenverkauf organisiert. Die 6f hatte beispielweise 25 Kuchen gebacken und ebenfalls 400 Euro an einem Tag eingenommen. Zudem läuft nun auch eine Paten-Aktion: Für 25 Euro kann die Patenschaft für ein Weihnachtsgeschenk-Paket für ein Waisenkind übernommen werden. Auf den Wunschzetteln, die die Kinder schon ausfüllen durften, stehen hier Dinge wie feste Schuhe, eine Jeans, einen Satz Stifte und Papier, eine Puppe oder ein Hygieneset. Die gewünschten Geschenke werden nicht geschickt, sondern vor Ort gekauft, weil Pakete aus dem Ausland durchleuchtet werden und dann auf dem Postweg „verschwinden“.
Gerade in der Demokratischen Republik Kongo gibt es verhältnismäßig viele Waisenkinder. Dies hängt einerseits mit der großen Armut im Land zusammen, denn gebeutelt von Bürgerkrieg und Korruption war die DRK 2016 das viertärmste Land der Welt. Andererseits sterben viele Frauen wegen der mangelhaften medizinischen Versorgung bei oder nach der Geburt. Auch der im Land weitverbreitete Aberglaube über „Hexenkinder“ kann dazu führen, dass Kinder aus ihrer Familie verstoßen werden. Ist ein Kind erstmal zur Waise geworden, gibt es für die Zukunft kaum noch Hoffnung: Als Straßenkind drohen Armut, Hunger, Zwangsarbeit oder -prostitution und in vielen Fällen der Tod.
In die Bresche des kongolesischen Staates springen hier sporadisch internationale Hilfsorganisationen sowie einige private Initiativen – wie beispielsweise das von Woodleys geführte Waisenhaus. Durch die Spendenaktion dürfen sich die Kinder bald über Weihnachtsgeschenke freuen – zum ersten Mal in ihrem Leben! 

 

Birgit Schillinger