25.05.20

Elternbrief vor Pfingsten

Liebe Erziehungsberechtigte unserer Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Damen und Herren,

anknüpfend an das aktuelle Schreiben der Kultusministerin, Frau Dr. S. Eisenmann, zur weiteren Schulöffnung nach Pfingsten, das Ihnen allen sicherlich mittlerweile über Ihre Elternvertreter per E-Mail zugegangen ist, möchte ich Ihnen heute konkrete Informationen zur Umsetzung der Vorgaben des Kultusministeriums an unserer Schule übermitteln.

Die erweiterte Schulleitung hat für die sechs Schulwochen nach den Pfingstferien folgende Organisation des Präsenzunterrichts festgelegt: In den Wochen 1 und 4 werden die Klassenstufen 5 und 8 zusammen im Haus sein, in den Wochen 2 und 5 die Klassenstufen 6 und 9 und in den Wochen 3 und 6 die Klassenstufen 7 und 10. Durchgängig anwesend sein werden die Jahrgangsstufen 1 und 2, deren Präsenzunterricht auch weiter ausgebaut wird; allerdings endet der Unterricht in der Jgst. 2 am Freitag, den 10. Juli 2020, da am darauffolgenden Montag, den 13. Juli die Eröffnung der Abiturergebnisse stattfindet und die einwöchige Phase der Unterrichtsfreistellung zur Vorbereitung auf das mündliche Abitur beginnt. Das mündliche Abitur selbst findet am Montag, den 20. Juli, abhängig von der Anzahl der Prüfungen eventuell auch noch am Dienstag, den 21. Juli statt.

Entsprechend der Vorgaben zum Infektionsschutz werden alle Klassen für den Präsenzunterricht in zwei Gruppen geteilt werden. Die Klassenleitungen nehmen die Klassenteilungen entsprechend der alphabetischen Namensliste einheitlich für alle Fächer vor und setzen die Schülerinnen und Schüler über ihre jeweilige Zugehörigkeit zu Gruppe A bzw. B rechtzeitig vor Beginn des Präsenzunterrichts in Kenntnis. Bis auf wenige Ausnahmen, die im Stundenplan erkennbar sind, findet an jedem Unterrichtstag zunächst von der 1. bis einschl. der 3. Stunde der Präsenzunterricht für die eine Gruppe statt, von der 5. bis einschl. der 7. Stunde dann für die andere Gruppe. Am Ende eines jeden Unterrichtstages haben beide Gruppen einer Klasse zeitversetzt drei vergleichbare Unterrichtsstunden gehabt. Es ist vorgesehen, dass sich die Gruppen A und B bei der Wahrnehmung der Unterrichtszeiten zwischen der ersten und der zweiten Woche Präsenzunterricht abwechseln, so dass in der ersten Woche die Gruppe A jeweils zur frühen „Schicht“ (1. - 3. Stunde) zur Schule kommt, die Gruppe B zur späten „Schicht“ (5. - 7. Stunde) und in der zweiten Woche die Reihenfolge getauscht wird.

Ab der kommenden Woche werden alle Schüler/innen ihre Stundenpläne für die sechs Wochen nach Pfingsten zusätzlich im Materialordner für ihre Klassenstufe auf unserer Homepage abrufen können. An den Stundenplänen wird ersichtlich, dass gemäß der Entscheidung des Kultusministeriums der Schwerpunkt des Präsenzunterrichts auf den Fächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen liegt, sinnvoll ergänzt durch weitere Fächer entsprechend der schulorganisatorischen Möglichkeiten.

Die Klassen erhalten in ihren jeweiligen zwei Wochen mit Präsenzunterricht grundsätzlich keinen digitalen Fernunterricht, weder in den Fächern, die im Präsenzunterricht erteilt werden noch in anderen Fächern. Dementsprechend dürfen in den Fächern des Präsenzunterrichts auch Hausaufgaben erteilt werden, auch von einem Tag auf den nächsten.

Während der sechs Wochen Präsenzunterricht nach Pfingsten entfällt die 1. große Pause für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 - 10. Für diese Klassenstufen beginnt der Unterricht morgens erst um 7.55 Uhr und läuft quasi ohne Pause bis zum Ende der 3. Stunde um 10.10 Uhr. Der Entfall der 1. großen Pause dient dazu, Ansammlungen von Schülergruppen aus den unteren Klassenstufen zu verhindern. Ebenso vermeidet der spätere Unterrichtsbeginn (7.55 Uhr) für die Klassenstufen 5 - 10, dass Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe morgens gemeinsam mit den Kursstufenschülerinnen und -schülern an der Schule ankommen. Die 4. Stunde bleibt für die Klassenstufe 5 10 grundsätzlich unterrichtsfrei. So wird die Möglichkeit geschaffen, dass sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 - 10, die in der ersten „Schicht“ (1. - 3. Stunde) Unterricht hatten, auf den Heimweg begeben können, ohne auf die Schülerinnen und Schüler der zweiten „Schicht“ (5. - 7. Stunde) zu treffen, die zu ihrem Unterricht in die Schule kommen. Wegen des prinzipiellen Entfalls der 1. großen Pause ist es den Lehrkräften ausnahmsweise gestattet, nach eigenem Ermessen während der Unterrichtszeit mit ihrer Lerngruppe eine Pause zu machen, die selbstverständlich dann im Unterrichtsraum verbracht wird.

Um die Wahrung der Abstandsregeln durch die Schülerinnen und Schülern bei der Bewegung im Haus und beim Aufenthalt im Klassenraum zwischen den Unterrichtsstunden bestmöglich einhalten zu lassen, wurden folgende Regeln aufgestellt:

  1. Lehrkräfte warten am Ende ihres eigenen Unterrichts auf die Lehrkraft der Folgestunde zur Ablösung, sofern der Unterricht der Klasse im bisherigen Klassenraum fortgesetzt wird.
  2. Wenn die Klasse einen Raumwechsel, z. B. in einen Fachraum vornehmen muss, wird sie von der Fachlehrkraft abgeholt und zum Fachraum begleitet. Die Lehrkraft der vorangegangenen Stunde bleibt bis zur Abholung der Klasse im Raum. Hat die Klasse im Anschluss an den Fachraumunterricht Unterricht im Klassenraum, so begleitet die Fachlehrkraft die Klasse in den Klassenraum.
  3. Nach der 3. Stunde (= Ende des Unterrichts für Gruppe A) und nach der 7. Stunde (= Ende des Unterrichts für Gruppe B) werden die Klassen von der Lehrkraft der 3. bzw. 7. Stunde zum Ausgang des Schulgebäudes geführt.

Als weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz wurden beim Haupteingang der Schule und beim Eingang im Foyer Laufwege markiert, die verhindern, dass sich Schülerinnen und Schüler beim Betreten und Verlassen des Gebäudes entgegenkommen. Alle Treppen im Hauptgebäude tragen eindeutige Kennzeichnungen, ob sie zum Aufgang oder zum Abgang genutzt werden sollen. Pfeile auf dem Boden weisen die Gehrichtung zu den Treppen und unterbinden bei Beachtung, dass sich die Laufwege der Schülerinnen und Schüler kreuzen. Hinter dem Haupteingang in der Aula sowie im Foyer und am Kellereingang, der über die Rampe von der Goethestraße her genutzt werden darf, stehen Desinfektionsmittelspender zur Händedesinfektion zur Verfügung, vor denen Abstandsmarkierungen auf dem Boden angebracht sind. Ebenso befinden sich in der Aula und auf dem Schulhof Markierungen auf dem Boden, die als Abstandshilfen gedacht sind, wenn Schülerinnen und Schülern in Gruppen zum Gespräch beieinanderstehen.
Die Toiletten der Schule sowie Handläufe an den Treppen, Türklinken, Schalter etc. werden über die übliche tägliche Reinigung hinaus um 11 Uhr durch die Mitarbeiterinnen der Firma Grönert einer Zwischenreinigung unterzogen. Bei Bedarf werden auch mehrmals täglich die Seifenspender und die Papierhandtuchhalter in den Schüler/innen-Toiletten durch die diensthabenden Hausmeister aufgefüllt.
Es wird allen Schülerinnen und Schülern empfohlen, für den Schulweg das Fahrrad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen und auf die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu verzichten.
Darüber hinaus erinnere ich nochmals an meine Empfehlung an alle Mitglieder der Schulgemeinschaft, während der Zeit des Schulbesuchs eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Bei Bedarf kann diese im Sekretariat - wenn möglich gegen eine Spende von 5 € an den Freundeskreis der Schule - erworben werden.

Die Schulleitung hat in enger Abstimmung mit dem örtlichen Personalrat am Hebel-Gymnasium entschieden, von der ausdrücklich durch die Kultusministerin Frau Dr. S. Eisenmann ausgewiesenen Möglichkeit Gebrauch zu machen, die aktuell angebotene Notbetreuung nicht in den Pfingstferien selbst fortzusetzen. Als wichtigste Gründe für diese Entscheidung möchte ich Folgendes nennen: Sowohl das Kollegium als auch die Schulleitung sehen sich seit über zwei Monaten einem weit erhöhten Arbeitsaufwand ausgesetzt, der sich durch die Umstellung auf neue Unterrichtskonzepte und aus einem exorbitant gesteigerten Organisationsbedarf ergeben hat. Daneben galt es auch noch Abiturvorbereitungen unter grundlegend anderen Bedingungen zu meistern. Die Lehrkräfte sehen weiterhin den Präsenz- und digitalen Fernunterricht als ihre Kernaufgabe an und möchten ihre Kraft bis zum Schuljahresende uneingeschränkt darauf verwenden können.

Bitte erwarten Sie vom Präsenzunterricht in der Zeit zwischen den Pfingst- und Sommerferien nicht, dass er die vielen ausgefallenen Unterrichtsstunden seit der Schulschließung am 17. März ausgleichen kann. Es wird nicht möglich sein, dass dieses Schuljahr in der sonst üblichen gründlichen Art „abgerundet“ und abgeschlossen werden kann. In der verbleibenden Zeit bis zum Beginn der Sommerferien wird sich in den wenigsten Fällen der Bildungsplan erfüllen lassen. Daher wird das kommende Schuljahr dazu dienen müssen, zumindest in den ersten Wochen oder Monaten, Rückstände in den Klassen aufzuarbeiten, Klassen - soweit möglich - auf einigermaßen einheitliche Lernstände zurückzuführen und dann behutsam voranzubringen. Sie dürfen uneingeschränktes Vertrauen in das Kollegium des Hebel-Gymnasiums haben, dass es sein vorrangiges Anliegen ist, die Schülerinnen und Schüler zu einer gelungenen Fortsetzung ihrer Bildungslaufbahn zu befähigen und sie dabei zu begleiten.

Ich wünsche Ihnen allen, insbesondere Ihren Kindern, dass Sie gesund bleiben und hoffe sehr, dass wir im September auch am Hebel-Gymnasium zu weitgehender Normalität im Unterrichtsbetrieb werden zurückkehren dürfen.

Selbstverständlich steht die Schulleitung für Fragen und Beratung in Bezug auf die letzte Phase dieses Schuljahres gerne zur Verfügung, z. B. wenn in Ihrem Haushalt eine Person lebt, die zu einer Risikogruppe gehört oder Ihr Kind selbst einen besonderen gesundheitlichen Schutz benötigt.


Mit freundlichen Grüßen
Stefan Ade, OStD
 -Schulleiter-