01.03.18

Die Fernsehmacher: Ein Blick hinter die Kulissen des SWR in Baden-Baden

Die beiden Seminarkurse  „Konsum“ (Leitung Henning Hupe) und „Medien“ (Leitung Hanna Schwichtenberg) durften bei einer Exkursion zum SWR in Baden-Baden einen Blick hinter die Kulissen des Fernsehens werfen.

Gleich bei der Ankunft können sie miterleben, wie die ersten Szenen der Live-Sendung „Kaffee oder Tee“ im Garten vor dem Sendehaus abgedreht werden.
Silke Stamm vom Besucherdienst des SWR zeigt in einer Präsentation mit Filmbeispielen das breite Aufgabenspektrum des Senders, der seit 1949 als unabhängiger öffentlich-rechtlicher Sender im ARD-Verbund arbeitet und allein in Baden-Baden etwa 1300 Mitarbeiter beschäftigt, darunter ca. 200 Journalisten. Neben dem Haus des Fernsehens, in dem die Führung stattfindet, gibt es in Baden-Baden auch noch den Hörfunk der vier SWR-Programme vom Schlager über das Jugendprogramm „Das Ding“ bis hin zum Klassikradio und das „Haus des Tatorts“. Dort werden in je eigenen Studios die Tatort-Serien aus Stuttgart, Ludwigshafen und dem Schwarzwald/Freiburg, früher Bodensee, gedreht. Jede Folge kostet ca. 1,5 Millionen Euro, die Einschaltquoten der beliebten Sonntagabendkrimis sind sehr hoch. 
Am Beispiel der Tatortfolge „Stau“ verdeutlicht Frau Stamm die Möglichkeiten aktueller Produktion, die alle digitalen Möglichkeiten ausschöpft, hier durch eine gigantische Blue-Box, die in einer alten Fabrikhalle 300m der Stuttgarter Weinsteige nachstellt, sodass die Zuschauer dies kaum bemerkt haben dürften, dass im Studio und nicht auf der Straße produziert wurde. Letzteres wäre ja gar nicht möglich gewesen, ohne einen Riesenstau zu verursachen.
Bei einer umfassenden Führung durch das Sendehaus zeigt uns Martina Guse, ebenfalls vom Besucherservice, den riesigen Fundus, in dem unzählige Requisiten auf ihren Einsatz warten. Die Seminarkursschüler können auch die hauseigenen Werkstätten besichtigen, die Schreinerei, den Malsaal und den Raum, in dem Bühnenplastiken aus Styropor gefertigt werden. Was hier hergestellt wird, ist zwar „Fake“ wie vieles in der Illusionswelt der Filmemacher, aber „vom Feinsten“, wie Martina Guse betont. So bewundern wir einen grünen Kachelofen aus der Vorabendserie „Die Fallers“, der aus Sperrholz gefertigt ist und nur einmal brennen könnte, aber so echt aussieht, dass es keiner merkt.
Zum Rundgang gehören auch die Fernsehstudios, so die „grüne Hölle“, in der nur noch virtuell produziert wird. Aber auch in den traditionellen Studios stehen Superkameras, die den neuesten High-Tech-Standard aufweisen.
Bei der zweieinhalbstündigen Besichtigung gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen wertvollen Einblick in die Welt der Fernsehmacher. Auch im Hinblick auf die Diskussion um die GEZ-Gebühren, macht der Blick hinter die Kulissen deutlich, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sich um einen hohen Qualitätsstandard bemühen und ihrem Auftrag nach einer umfassenden und ausgewogenen Grundversorgung mit politischer Information, einem vielschichtigen Bildungsprogramm sowie einem breiten Unterhaltungsspektrum gerecht werden möchten.

(Hanna Schwichtenberg)