Gesundheitsfördernde Schule
Seit dem Januar 2005 gibt es einen Vertrag mit dem Praxisbüro Gesunde Schule (Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis). Der Leiter der Praxisbüros Rainer Steen unterzeichnete den Vertrag ebenso wie Schulleiter Dr. Adalbert Nessel, Vertreter der Eltern, der Schüler und der Lehrer. Der Vertrag ist vorläufig terminiert auf zwei Jahre, hat aber die Option, verlängert zu werden.
In der Arbeitsgruppe wurden einige Aspekte einer "gesunden Schule" in Angriff genommen und umgesetzt.
Ein Überblick:
- Die Schülerbefragung. Bei einer sehr aufwändigen Schülerbefragung haben fast alle Schüler mitgemacht und ernsthaft die Fragen beantwortet. Sie fühlten sich durch die Umfrage ernst genommen. Einige nachdenklich stimmenden Ergebnisse wurden sowohl in einer Schüler-Informationsrunde als auch auf späteren Hebel-Treffs mit den Eltern diskutiert: beispielsweise der Zeit-Stress, unter dem die Schüler leiden - allerdings nicht verursacht durch Hausaufgaben, sondern durch zusätzliche Termine. Auch der Medikamentenkonsum in der Unterstufe war ein bedenkliches Resultat.
- Die Umstellung der Läuteordnung trägt insgesamt zu einem entspannteren Vormittag bei. Die neue Rhythmisierung mit zwei Pausen hat sich bewährt.
- Thema Mensa: Da erst im August 2006 feststehen wird, ob das Hebel-Gymnasium in das IZBB-Programm aufgenommen wird, musste für die Mittagsversorgung eine Übergangslösung gefunden werden. Vorerst wird es keinen Mensabau geben. Daher wurde das Foyer umgestaltet, so dass hier Montag bis Donnerstag (Am Freitag findet kein Nachmittagsunterricht statt) ein warmes Mittagessen ausgegeben werden kann. Es konnte eine Cateringfirma gefunden werden, die nun eine Zwischenlösung im Foyer verwirklicht.
- Sowohl mit der Cateringfirma als auch mit Kias wurde das Speisenangebot diskutiert. Hier gilt es, kommerzielle Interessen abzuwägen gegen den Wunsch nach höherwertigem, gesundem Essen. Hier gibt es im Hinblick auf die gesunde Ernährung der Schüler noch Verbesserungsbedarf. Vor allem die Süßgetränke sind nicht im Sinne der gesunden Schule.
- Mittagspause: Mit Hilfe der Eltern konnte hier eine Betreuung organisiert werden. Es gibt Stillarbeitsräume und Räume, in denen auch lauter gesprochen werden darf.
- Die Schulhausumgestaltung, die nun in den einzelnen Klassenräumen begonnen hat, trägt zum Wohlfühlen bei. Oft haben die Eltern in Eigeninitiative die Klassenräume gestrichen und dekoriert.
- Auf dem Schulgelände ist Rauchen für Schüler jeden Alters untersagt. Durch die rauchfreie Schule können die Schüler nun eine Pause ohne Dunst genießen. Die Unterstufenschüler leiden nicht mehr unter der Rauch-Belästigung vor ihren Klassenzimmer-Fenstern. Die älteren Schüler verlassen das Schulgelände, um auf den angrenzenden Bürgersteigen zu rauchen.
- Auch die Raucherecke im Lehrerzimmer ist nun rauchfrei. Die rauchenden Lehrer benutzen ein Zimmer im oberen Stockwerk, um zu rauchen. Der gewonnene Raum im Lehrerzimmer steht den Lehrern zur Verfügung.
- Es gibt ein neu gestaltetes Zimmer (Raum 012), in das man sich für Besprechungen, zum ruhigen Arbeiten oder zum Ausruhen zurückziehen kann. Das Zimmer ist mit Sofa, Teppich und Stühlen freundlich eingerichtet.
- In einzelnen Klassen gab es Aktionen wie die Power-Pause oder Gesundheitsberatung durch die AOK.
- Das Mentorenprogramm wurde gestartet. Dazu gehören Aktivitäten wie beispielsweise "bewegte Pause", "Volleyballtreff", "Tanztreff", "Theatergruppe", "Blockflötentreff", "Kunsttreff" und "Orchester". Außerdem kümmern sich nun Mentoren um die Ausleihmöglichkeit in der Bibliothek (Bücher und Brettspiele). Die Rolle der Vertrauensschüler wurde gestärkt. Gemeinsam mit der SMV gibt es gesellige Veranstaltungen wie den Karaoke-Abend.
- Inzwischen ist auch die "Bewegte Pause" angelaufen: Schüler können sich Sport- und Spielgeräte ausleihen.
- Das Schulfest ist eine gemeinsame Aktivität, bei der Schüler, Lehrer und Eltern zusammenarbeiten.
- Eine Lehrer/innen-Befragung wurde organisiert. Die Steuerungsgruppe hatte sich nach eingehender Prüfung von erprobten Befragungsinstrumenten entschieden, die gekürzte Version eines Lehrer-Fragebogens vorzulegen, der in Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Hauptpersonalrat beim dortigen Stadtschulamt entwickelt wurde. Dieser umfangreiche Fragebogen liefert nun die Datenbasis, um Erkenntnisse über gesundheitsfördernde und -hemmende Bedingungen im Lehreralltag zu gewinnen und bei der Schulentwicklung zu berücksichtigen.
Ergebnisse der Schülerumfrage zur „gesunden Schule“ Der „Hebeltreff“ ist eine Gelegenheit, schulische Ideen und Wünsche auszutauschen: Beim Schwetzinger Hebel-Gymnasium treffen sich Eltern, Lehrer und Schüler regelmäßig zum Informations- und Meinungsaustausch. Thema des diesmaliges „Hebeltreffs“ war die „Gesundheitsfördernde Schule“. Eingeladen hatte der Elternbeirat unter dem Vorsitz von Rita Erny. Rainer Steen vom Praxisbüro „Gesunde Schule“ im Gesundheitsamt Heidelberg referierte über die Ergebnisse der Schülerbefragung, die im Frühjahr am Hebel-Gymnasium durchgeführt wurde. In dieser Umfrage wurden alle Schülerinnen und Schüler zu den Themen Schulklima, Stress, Gesundheit und Wünsche zum besseren Wohlfühlen an der Schule befragt. An der Erhebung mitgewirkt haben auch die Lehrerinnen Pia Fichtner-Siegel, Jutta Janczewski und Birgit Schillinger. Mit Hilfe des großen Engagements der Schüler Simon Abraham und David Schreiber wertete das Praxisbüro die Umfrage aus. Es gab teilweise erfreuliche, aber auch nachdenklich stimmende Ergebnisse.
Dass Mädchen mehr vom Schulalltag profitieren und lieber in die Schule gehen als Jungen, ist bekannt und hat sich auch deutlich am Hebel-Gymnasium gezeigt. Ebenso sind Mädchen eher mit ihren Schulleistungen zufrieden. Erfreulicherweise sagen insgesamt 90 Prozent der Schüler und Schülerinnen, dass sie sich von den Klassenkameraden akzeptiert fühlen. Das Verhältnis zu Lehrern empfinden die Unterstufenschüler als gut, während diese Zufriedenheit in der Mittelstufe „verloren“ geht.
Klare Zusammenhänge gab es zwischen den gesundheitlichen Zustand eines Schüler und seinen Aussagen zum Verhältnis zu Eltern und Lehrern sowie zur Freude an der Schule: Diejenigen Schüler, die ungern in die Schule gehen und die mit der Familie nicht gut zurecht kommen, gaben auch vermehrt an, unter gesundheitlichen Beschwerden zu leiden. Einen ähnlichen Zusammenhang konnte man auch zwischen Alkoholkonsum und negativer Einstellung zur Schule erkennen: Schüler, denen Schule Spaß macht, trinken weniger Alkohol.
14 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Unterstufenklassen geben an, gegen Schlafprobleme, Müdigkeit und Prüfungsangst Medikamente zu nehmen. Rainer Steen warnte hier die Eltern: „Gewöhnen Sie ihr Kind nicht daran, dass man Medikamente – egal welche - braucht, um den Alltag zu bewältigen. Schenken Sie Ihrem Kind Zeit, Aufmerksamkeit und Zuneigung – das sind die besten Medikamente.“
Schülersprecher David Schreiber lobte das Engagement: „Zum ersten Mal arbeiten hier Lehrer, Eltern und Schüler Hand in Hand. Mit dem Ziel: Wir sind stolz darauf, Hebelschüler, Hebeleltern, Hebellehrer zu sein!“