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Willkommen auf der Homepage des Hebel-Gymnasiums

Schulleiterbrief

 

An die Eltern
der Schülerinnen und Schüler
des Hebel-Gymnasiums

Schwetzingen, den 10. Oktober 2014



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern,

die Ereignisse am Donnerstag, den 9.10.2014, ausgehend vom Verdacht einer Amoklage an der Karl-Friedrich-Schimper-Realschule, haben uns alle aufgewühlt. Mittlerweile verspüren wir eine große Erleichterung und Dankbarkeit dafür, dass zu keiner Zeit eine reale Bedrohung an irgendeiner Schule in Schwetzingen und Umgebung bestanden hat und dementsprechend auch niemand zu Schaden gekommen ist.
Die Schulleitung ist sich bewusst, dass ein großes Bedürfnis, über die Ereignisse zu sprechen, bei vielen Betroffenen besteht. Das Hebel-Gymnasium hat im Rahmen seiner Möglichkeiten in den ersten Unterrichtsstunden am Freitag, den 10.10.  allen Schülerinnen und Schülern im geschützten Rahmen der eigenen Klasse bzw. eines vertrauten Kurses und unter Betreuung einer Lehrkraft eine Plattform zum offenen Austausch über das Erlebte gegeben und diejenigen belastbaren Informationen zum gestrigen Sachverhalt übermitteln lassen, die der Schule zur Verfügung standen. Darüber hinaus hat die Schulleitung ausdrücklich allen Schülerinnen und Schülern eine Anerkennung für ihr Verhalten in einer extremen Situation ausgesprochen.
Auch Ihnen als Eltern sollen die Informationen, welche Ihre Kinder erhalten haben, zugänglich gemacht werden. Ich hoffe, dass Sie sie zur Unterstützung der häuslichen Gespräche, die Sie sicherlich mit Ihren Kindern führen, heranziehen können.

Was ist passiert und wie haben wir am Hebel-Gymnasium reagiert?

Im Laufe der 6. Stunde (ca. 12.15 Uhr) erreichte uns über unseren Alarmpager die  Meldung aus dem Kultusministerium, dass es an der Karl-Friedrich-Schimper-Realschule in Schwetzingen um 10:40 Uhr zum Verdacht einer Amoklage gekommen war, die umliegenden Schulen zu verriegeln und alle Schüler/innen im Schulgebäude zu belassen seien.
Daraufhin haben wir sämtliche Eingänge der Schule verschlossen und alle Klassen und Kurse mithilfe der Alarmanlage informiert. Die Lehrkräfte haben mit ihren Schülerinnen und Schülern in den jeweiligen Unterrichtsräumen die mit der Alarmmeldung verbundenen Anweisungen umgesetzt.
Erst nach Rücksprache der Schulleitung mit dem Kriseninterventionsteam des Regierungspräsidiums erschien es verantwortbar, die Unterrichtsräume wieder öffnen zu lassen, um den Schülerinnen und Schülern z. B. einen Toilettengang zu ermöglichen.
Entsprechend der Lagefortschreibung und der eindeutigen Anweisung des Kultusministeriums für alle Schulen im Stadtgebiet Schwetzingen mussten die Eingangstüren des Hebel-Gymnasiums jedoch weiterhin verschlossen bleiben.

Da es unklar war, wie lange diese Situation noch andauern würde, gingen alle Klassen zu Beginn der 8. Stunde (13.50 Uhr) mit ihren Fachlehrern in die jeweiligen  Unterrichtsräume zurück.
Erst nach 14 Uhr erhielt die Schulleitung eine offizielle Entwarnung aus dem Kultusministerium, die im Wortlaut wiedergegeben wird: Die Schulen im Stadtgebiet Schwetzingen können wieder geöffnet werden und ihre Schülerinnen und Schüler entlassen. Die polizeilichen Ermittlungen zu den Hinweisgebern und dem möglichen Tatverdächtigen dauern an. Derzeit liegen keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefahrensituation im Stadtgebiet Schwetzingen vor.
Die Schulleitung informierte unverzüglich alle Klassen und Kurse über eine entsprechende Durchsage und entließ die Schülerinnen und Schüler nach Hause.

Warum sind wir so vorgegangen?
Auf Grund der unmittelbaren Nachbarschaft der Schimper-Realschule zum Hebel-Gymnasium erschien es notwendig, den Amok-Alarm auszulösen. Dahinter stand die Absicht, in der für uns unklaren Situation für alle Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium größtmöglichen Schutz und Sicherheit zu gewährleisten.

Was ist uns aufgefallen?

Die Umsetzung der Anweisungen in der Alarmmeldung verlief im Allgemeinen vorbildlich. Als problematisch erwies sich der Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die sich in der Mittagspause außerhalb der Schulgebäude befanden.
Schwierig war auch die Kommunikation mit einzelnen Eltern, die ihre Kinder nach dem Vormittagsunterricht von der Schule abholen wollten.

Wie gehen wir mit dieser Erfahrung um?
Lehrerkollegium, Schulleitung sowie das weitere Personal des Hebel-Gymnasiums werden die Geschehnisse aufarbeiten. In einer zeitnahen Zusammenkunft des hausinternen Krisenteams des Hebel-Gymnasiums soll eine intensive Auseinandersetzung mit Beobachtungen und Rückmeldungen  zu einer Aktualisierung des Krisenplans führen.

Die Schulleitung bedankt sich bei allen Lehrkräften, den Sekretärinnen, den Hausmeistern, der Schulsozialarbeiterin sowie der Bibliothekarin und dem Mensa-Personal für ihr besonnenes und verantwortungsvolles Handeln zum Schutz der Schülerinnen und Schüler in dieser für uns unerwarteten und ernsthaften Situation.


Mit freundlichen Grüßen

 

Stefan Ade, OStD 

-Schulleiter-   

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